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Presseartikel 2020 Pressespiegel-Jahrgang 2020
Quelle: Neue Deister-Zeitung (NDZ) vom 12.09.2020
Neue Funde belegen die Bedeutung
Archäologische Grabung an der ehemaligen Glashütte Klein Süntel / Bauten sollen gesichert werden
Von Jens Rathmann
Dr. Christian Leiber stellt der stellvertretenden Landrätin Ruth Leunig im Grabungsschnitt und den anderen Gästen außerhalb die Arbeiten vor. Fotos: Rathmann
 
KLEIN SÜNTEL. Drei Wochen. „Nur drei Wochen“, sagt Dr. Christian Leiber. Der ehemalige Kreisarchäologe aus Holzminden und Grabungsleiter der jüngsten Untersuchungen an der ehemaligen Glashütte Klein Süntel dokumentiert in einem fast drei Meter tiefen Suchschnitt im Boden die Funde. Gerade hat er mit Hermann Wessling vom Forum Glas und Historiker Klaus Vohn-Fortagne Gästen die Grabungsstelle vorgestellt, jetzt ist Zeit für ein erstes Fazit. Sind die Erwartungen an die neuerliche Grabung erfüllt worden, Herr Dr. Leiber? „Drei Wochen sind natürlich ein Unterschied zu mehreren Monaten. Wir mussten also ganz konzentriert im Vorfeld entscheiden, wo wir graben und wo wir mit Ergänzungen der Ergebnisse der vorausgegangenen Grabungen rechnen konnten. Das ist uns gelungen“, erklärt der Archäologe und verweist auf das, was auf Tischen ausgebreitet liegt. Zahlreiche Funde ganz unterschiedlicher Art werden dort präsentiert. Drei Schnitte wurden am Südost-Ende des bekannten Rauchgaskegels gezogen. An den Seitenwänden, den Profilwänden, wurden Schichtenabfolgen entdeckt, die – richtig gelesen und ausgewertet – über Abläufe in der Glashütte Auskunft geben. „Schwarze Ascheschichten, die mit Steinkohleresten durchsetzt sind, mit Ziegelschutt und auch mit Glasresten wie dem Flaschensiegel Pyrmonter Stahlwasser haben wir gefunden. Dann wiederum lehmig-gelbe Schichten, die auf Aufbauten aus Lehm verweisen. In diesen Schichten finden sich überwiegend Schmelztiegelscherben“, erklärt Leiber. Wichtige Erkenntnisse über die Größe der Schmelztiegel, in der Fachsprache „Hafen“ genannt, können daraus gewonnen werden. Vermutet wurde bislang auch, dass in der Hütte Klein Süntel auch für den medizinischen Bedarf und für Apotheker produziert wurde, außerdem in kleinerem Umfang farblose Trinkgläser für den Haushalt. Belege dafür fanden sich jetzt im Grabungsschnitt: „Wir haben solche Funde jetzt gemacht, und zwar in solchem Umfang, dass ich davon ausgehe, dass es sich hierbei um Produktionsreste handelt.“ Sehr viel Zeit wurde darauf verwendet, die Arbeiten und Funde sorgsam zu dokumentieren. Zu messen, zu zeichnen, zu fotografieren. „Das ist ja letztlich auch das, was uns von dieser Ausgrabung bleibt. In diesem Fall, wo wir uns außerhalb des Rauchgaskegels in Schichten befinden, die keine Mauerreste oder ähnliches beinhalten, ist jede Grabung eine Zerstörung. Ich kann die Grabung in dieser Form nicht wiederholen“, macht der Archäologe deutlich. Wie weit die Glastradition am Standort Klein Süntel bereits zurückgeht, stellt kurz vor Abschluss der dreiwöchigen Grabung Klaus Vohn-Fortagne den Gästen an der Grabungsstelle vor. Hermann Wessling hat sie eingeladen, sich ein Bild von den Arbeiten zu machen und sich vor Ort zu informieren, denn sie vertreten Stiftungen, Unternehmen oder Einrichtungen, die maßgeblich durch ihre Unterstützung die weiteren Untersuchungen ermöglichen. Dr. Arne Butt von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ist aus Hannover gekommen, Stefan Mogwitz für die VGH Versicherung aus Hameln, ebenso Christian Mzosek für die Sparkasse Hameln-Weserbergland. Und auch Vertreter der Verwaltung und der Politik sind vor Ort. Für Bürgermeister Hartmut Büttner und Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak ist es nicht der erste Besuch auf dem Grabungsgelände, wohl aber für die stellvertretende Landrätin Ruth Leunig. Für die Gäste fassen Wessling und Vohn-Fortagne die Entwicklung auf dem Glashütten-Areal seit der zufälligen Entdeckung der Fundamente im Herbst 2011 zusammen. Um 1630 wurde die erste Glashütte in Klein Süntel errichtet. In den vergangenen Jahren konnte herausgearbeitet werden, dass sich ab 1821 die neue Hüttenarchitektur mit Rauchgaskegel und Schürkanälen durchsetzte und die Produktion stetig gesteigert werden konnte. Im letzten Betriebsjahr, 1886, wurden nach Erkenntnissen der Historiker mehr als 1,2 Millionen Flaschen in Klein Süntel hergestellt. Einen kurzen Ausblick auf die Überlegungen, das Denkmal in Klein Süntel einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren zu können, und die dafür notwendigen Arbeiten und Mittel stellt Wessling vor. Seine Gäste zeigen sich angetan vom bisherigen Engagement. „Solche Forschungsgrabungen zu finanzieren ist sehr mühsam – für uns als VGH-Stiftung ist es, wenn wir es mit einem Kulturdenkmal zu tun haben und Ergebnisse für die Landes- und Regionalgeschichte erwarten können, eine Freude, das zu unterstützen“, würdigt Dr. Arne Butt den großen Einsatz vor Ort. Sparkassenstiftung und Sparkasse Weserbergland würden die Sicherung des Baudenkmals unterstützen. „Langen Atem brauchen sie auch weiterhin, und dafür wünsche ich ihnen viel Erfolg“, sagt Butt. Auch Ruth Leunig lobt das Engagement, sie sei nach wie vor der Auffassung, dass es wichtig sei, auch Spuren der Industriekultur zu erhalten und kenntlich zu machen, „vielleicht auch als touristisches Highlight“. Dafür müsse auch gesichert sein, dass es auch über das Engagement der jetzt in das Projekt eingebundenen, zumeist ehrenamtlich Engagierten erhalten werden könne.
 
Klaus Vohn-Fortagne gibt einen Überblick über die Entwicklung der Glashütte.
Dr. Christian Leiber zeichnet die Verteilung der Funde in einzelnen Schichten des Schnitts.
Funde werden sorgsam dokumentiert.
 
Digitaler Tag des offenen Denkmals am 13.09.2020
Der Tag des offenen Denkmals ist Deutschlands größte Kulturveranstaltung für die Denkmalpflege. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die den Aktionstag 1993 ins Leben gerufen hat, koordiniert bundesweit die Veranstaltungen und Angebote der zahllosen beteiligten Denkmaleigentümer, Vereine und Initiativen. 2020 findet der Tag aufgrund der coronabedingten Gesundheitsschutzmaßnahmen virtuell statt und präsentiert unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“ zahlreiche digitale Angebote auf der Website des Tags des offenen Denkmals. Die Niedersächsische Sparkassenstiftung begreift die diesjährige ortsunabhängige Aktion als Chance und wünscht den Veranstaltungen, die vielfach die Präsentation von Denkmalen „neu denken“, ein großes Publikum und breite Aufmerksamkeit. Anlässlich des Tags des offenen Denkmals 2020 präsentiert die Niedersächsische Sparkassenstiftung einige von ihr unterstützte Projekte, die die faszinierende Bandbreite denkmalpflegerischer Aktivitäten in Niedersachsen zeigen.
https://www.nsks.de/nsks/denkmalpflege/tag-des-offenen-denkmals
darunter ein Beitrag über das Grabungsprojekt  Klein Süntel
 
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