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Presseartikel 2012 Pressespiegel-Jahrgang 2012
Quelle: Neue Deister Zeitung (NDZ) vom 15.09.2012
Testgrabungen sollen Ergebnisse bestätigen
Glasarchäologisches Projekt Klein Süntel: Nach der Auswertung beginnt nun die Planungsphase
Klein Süntel (ren). Hermann Wessling, Vorsitzender des Vereins Forum Glas, hatte breit eingeladen: Glasexperten, Historiker mit Schwerpunk Glasherstellung und Industrieentwicklung, Vertreter von städtischen und Kreis-Behörden, dazu andere Interessierte an der Entwicklung auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte Klein Süntel. Drei Monate zuvor hatte der forensische Archäologe Roland Wessling das Areal geophysikalisch untersucht und einen ausführlichen Bericht erstellt, der jetzt diskutiert werden sollte. Die Diskussion stand allerdings nicht mehr im Mittelpunkt - im Hintergrund hatten die Beteiligten bereits weitergearbeitet und präsentierten weiterführende Pläne, die eine sehr spannende Entwicklung in schon naher Zukunft erwarten lassen. Mit Stolz präsentierte Hermann Wessling den aktuellen Stand: Ein Projektantrag ist bereits vollständig ausgearbeitet - in ihm geht es darum, in Testgrabungen die bisherigen positiven Untersuchungsergebnisse zu bestätigen. Und auch Möglichkeiten der Finanzierung wurden bereits signalisiert. Die von Roland Wessling gesammelten Daten, die recht eindeutig darauf hinweisen, dass es sich bei den gefundenen Strukturen mit hoher Wahrscheinlichkeit um Gebäudeüberreste einer alten Glashütte handelt, beeindruckte heben den regionalen Experten auch Wesslings Kollegen an der englischen Cranfield Universität - und zwar in dem Maß, dass Testgrabungen sofort befürwortet wurden. Doch diese Grabungen müssen geplant und finanziert werden. Auch das wurde umgehend und pragmatisch angegangen mit dem Ziel, schnell und kostengünstig Testgrabungen zu ermöglichen, ohne dabei auf ein hohes wissenschaftliches Niveau zu verzichten. Die Idee: Studenten in fortgeschrittenen Semestern müssen als Teil ihres Studiums an einer Ausgrabung teilnehmen, die von Dozenten intensiv begleitet wird. Diese Ausgrabung soll im kommenden April mit 12 bis 20 Studenten in Klein Süntel stattfinden. Die Schnittgrabungen sollen so gesetzt werden, dass mit möglichst wenigen Eingriffen ins Erdreich maximale Information über vorhandene Strukturen gewonnen werden. Die Studenten sollen im Freizeitheim Klein Süntel untergebracht werden. Karsten Behr von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die die Voruntersuchungen finanziert hatte, hatte bereits bei einem Treffen Anfang Juni aufgrund der viel versprechenden ersten Ergebnisse zusagt, weiterführende Arbeiten zu fördern. 9000 Euro will die Bingo-Umweltstiftung für Geräte, Datenverarbeitung und Transport bereitstellen. Voraussetzung dafür sei aber, dass auch der Landkreis entsprechende Mittel beisteuert, hieß es damals. Dieser wiederum hat zugesichert, einen maßgeb¬lichen finanziellen Beitrag zu leisten, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist. Personalkosten fallen für die Lehrveranstaltung der Universität nicht an. Für eine weitere Überraschung sorgte Rosemarie Hecht, die eine Spende des Senioren-Domizils von 500 Euro übergab. Teilnehmer der Gesprächsrunde wie Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak hoffen auf Synergieeffekte für die kulturelle Attraktivität und Förderung der Wirtschaft Klein Süntels bei interessanten Ausgrabungsergebnissen. Neben den erfreulichen Mitteilungen hatten die Besucher die Möglichkeit, alte intakte Flaschen, die in Klein Süntel im 18. und 19. Jahrhundert produziert wurden, zu bewundern. Der Glasexperte und -Sammler Albert Schwiezer aus Hessisch Oldendorf hatte einige Exemplare mitgebracht und erklärte die Besonderheiten und die Entwicklung dieser sogenannten Hannoverschen Bouteille.
 
Presseartikel über das Forum Glas Bad Münder Albert Schwiezer stellte seltene Produkte der Glashütte vor.  
 
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